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U18 holt Bronze bei der DM

Ein Riesending, was die U18 vom Trainergespann Schön/Bonadt bei der DM da rausgehauen hat. Rang 3 und bringen damit Bronze mit nach Kriftel.

Wahnsinnserfolg der Nachwuchsvolleyballer der TuS Kriftel. Das Team um Trainer Tim Schön spielte ein sensationelles Turnier bei der sehr gut organisierten U18 DM in Bitterfeld-Wolfen. Obwohl die Krifteler sich, bedingt durch die guten Vorstellungen bei den Hessen-, bzw. Südwestdeutschen Meisterschaften, eine gute Platzierung unter den besten 16 Teams vornahmen, war ihnen bewusst, dass die Auslosung der TuS eine sehr starke Vorrundengruppe beschert hatte. Wie stark, wurde dann aber erst am Ende des Turniers deutlich.

Zunächst wartete mit dem FT 1844 Freiburg ein Dauergast bei deutschen Jugendmeisterschaften. Wie so oft, starteten die Jungs unsicher in eine Partie. Dies nutzten die Badener zu einer 4:8 Führung. Nach einer Auszeit fanden die Krifteler aber gut ins Spiel, bei 13:10 war der Satz gedreht. Nun lief das Krifteler Angriffspiel wie am Schnürchen. Nahtlos passten sich die eingewechselten Marvin Knab und Marko Lucic mit einer starken Leistung in das Team ein. Mit 25:15 war der Grundstein gelegt. Auch im zweiten Abschnitt taten sich die Krifteler zunächst schwer, ehe ein kleiner Lauf einen Vier-Punkte-Vorsprung einbrachte. Um diesen zu verteidigen, reichte eine durchschnittliche Leistung. Mit 25:21 war der wichtige Auftaktsieg geschafft.

In der zweiten Partie stand der bayerische Vizemeister vom TSV Grafing auf der anderen Netzseite. Dass dies eine Partie auf Augenhöhe werden würde, wusste man im Vorfeld, aber wie spannend sie letztendlich wurde, konnte keiner ahnen. Nach einem erneuten Fehlstart von 4:8 liefen die Krifteler immer einem Rückstand hinterher. Erst in der crunch-time schlossen sie auf und gingen erstmals in Führung. Dies verunsicherte den Gegner etwas, der nun leichte Fehler produzierte. Beim 24:21 schien der Satz gelaufen. Doch Fehler im Angriff wechselten sich mit Fehlern in der Abwehr ab, Grafing drehte den Durchgang zum 26:24. Im zweiten Satz ging das auf und ab weiter. Beim 17:20 sahen die Bayern bereits wie die Sieger aus. Doch die Krifteler kämpften sich ins Spiel zurück, besonders der junge, eingewechselte Tim Herrigt nahm nervenstark das Herz in die Hand, punktete zweimal am Netz, so dass Kriftel beim 24:23 den ersten eigenen Satzball hatte. Dann war es der vierte, der den Erfolg brachte. Kapitän Tobias Thiel war es vorbehalten mit einem Ass genau in die longline Ecke den vielumjubelten Ausgleich zu schaffen. Genauso eng startete auch der Tiebreak, wobei die Krifteler immer knapp die Nase vorne hatten. So wurden beim 8:7 zum letzten Mal die Seiten gewechselt. Angeführt vom unaufhaltsamen Diagonalangreifer Marius Büchi baute die TuS den Vorsprung aus und siegte in einer tollen Partie mit 15:12. Dies war sicherlich einer der Partien, die keinen Verlierer verdient haben. Schön, dass am Ende auch der TSV mit der bronzenen Medaille nach Hause fahren konnte.

Jedoch verlangte das Spiel den Kriftelern einiges an Psyche und Physis ab. Das machte sich im abschließenden Gruppenspiel stark bemerkbar. Der Berliner TSC, ein Mitfavorit auf die Meisterschaft, startete sehr konzentriert, während bei Kriftel nicht viel zusammenlief. Als der Rückstand zu hoch wurde, schonte Trainer Schön seine Stammkräfte um im zweiten Satz noch einmal anzugreifen, Und richtig, besonders ein starker Mittelangreifer Jan Breburda brachte die TuS nach verlorenem erstem Satz zurück in die Spur. Dem Satzausgleich waren die Krifteler beim 20:17 recht nahe, doch der Akku war doch zu leer. Der spätere Vizemeister Berlin konterte und holte sich den Gruppensieg mit 25:22. Dies hatte zur Folge, dass die Jungs am gleichen Tag noch einmal ran mussten. Im Überkreuzspiel gegen die VSG Flensburg-Adelby ging es um den Viertelfinaleinzug. Dabei leisteten die Co-Trainer Florian Bonadt und Jonas Berger ganze Arbeit um die Stimmung hochzuhalten. Die Jungs schafften es problemlos sich noch einmal auf den Punkt zu konzentrieren. Spielerisch waren sie den Gegnern deutlich überlegen und zeigten auch nur wenige Blößen. Durch einen bestens organisierten Annahmeriegel um Libero Tjark Behrens, hatten es die Zuspieler leicht ihre Angreifer, insbesondere Florentin Richter in Szene zu setzen. Mit 25:14 wurde der erste Satz klar gewonnen. Auch im zweiten Satz wurde schnell ein Vorsprung herausgespielt. Trainer Schön konnte alle Spieler einsetzen. So waren es letztlich auch die beiden Mittelangreifer Christian Späth und Moritz Lumma, die mit ihren Punkten den Sack zum 25:17 zumachten. Viertelfinale erreicht und damit unter den besten 8 Mannschaften in Deutschland! Wow! Jetzt hieß es nur Erholung und da leisteten die Mamas Caro Reichert und Haiying Xie ganze Arbeit. Mit Massagen und Tapeverbänden linderten sie die kleinen Wehwehchen, die sich im Laufe des langen Spieltages einstellten. Kein Wunder bei vier Partien an einem Tag.

Die Mühe sollte sich lohnen, denn die TuS war nur noch ein Sieg vom Halbfinale und damit dem Gewinn einer Medaille entfernt. Allerdings war der Gegner ein alter Bekannter. Die VSG Hannover war bereits vor zwei Jahren in der U16 in der gleichen Runde der Gegner und die Krifteler scheiterten damals mit einer indiskutablen Leistung deutlich in zwei Sätzen. Bereits der Beginn der Partie ließ auf eine Wiederholung fürchten. Die TuS produzierte Fehler auf Fehler und lag schnell mit 2:8 zurück. Andererseits war dies ja in diesem Turnier nichts Neues. Tatsächlich erholten sich die Jungs langsam aber sicher und kämpften sich ins Spiel zurück. Plötzlich klappte es auch spielerisch. Kriftel führte mit 23:20 als die Angst vor dem Gewinnen eintrat. Hannover holte sich durch vier Punkte in Folge einen Satzball, der aber erfolgreich abgewehrt wurde. Beim zweiten eigenen Satzball schritt erneut Zuspieler Tobias Thiel an die Aufschlaglinie und er schaffte es erneut mit einem Ass, auf genau den gleichen Punkt wie in der Partie gegen Grafing, den Satzgewinn zu sichern. Dies gab den Kriftelern die nötige Sicherheit um nicht wieder den Satzbeginn zu verschlafen. Allerdings gaben die Niedersachsen nicht auf und hielten die Partie lange ausgeglichen (16:16). Dann nahm U19 Nationalspieler Louis Kunstmann das Heft in die Hand, bildete einen starken Block und punktete immer wieder krachend über die Mitte. Hannover konnte dem, außer einem starken Service, nichts mehr entgegensetzen und wurde mit 25:21 bezwungen.

Nun brachen alle Dämme. Spieler, Trainer und Zuschauer feierten lautstark den Einzug ins Halbfinale und die damit gesicherte Medaille. Nach dem Umzug in die Haupthalle wartete dort aber ein dicker Brocken, der große Favorit vom ASV Dachau. Dieser wurde seiner Favoritenrolle vollkommen gerecht. Dies bekamen auch die Krifteler zu spüren. Einem so großen Aufschlag-und Angriffsdruck waren sie nicht gewachsen, nichtsdestotrotz verdienten sie sich viel Respekt. Viele ganz starke Abwehraktionen, besonders von Nationallibero Ivan Batanov zwangen die Dachauer zu einigen ungewohnten Eigenfehlern. Auch wenn das Ergebnis am Ende deutlich war (-18/-15), so hatten die Krifteler den schwachen Trost, die knappste Niederlage gegen den späteren Meister akzeptieren zu müssen.

Welch ein Erfolg für das kleine Kriftel. Mit 6 Medaillen in 5 Jahren gehört die TuS bereits zu den großen Nachwuchsschmieden in Deutschland. Diese bronzene U18 Medaille hatte aber nicht nur spielerische Gründe. Besonders auffällig ist die gute Stimmung innerhalb des Teams, die seinesgleichen sucht, nicht nur auf dem Feld, sondern besonders auch daneben. Dazu ein hervorragendes Betreuerteam und total engagierte Eltern. Hier dankt die Mannschaft besonders den bereits erwähnten Carolin Reichert und Haiying Xie sowie der Fahrerin Gabi Thiel und im Speziellen Sandra Späth und Jörg Herrigt, die ein Teil der Mannschaft nach einer Buspanne mit einer 5-stündigen Rückholaktion heim nach Kriftel holten.

   

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